erschienen in: BUNTE, 24.06.2010

Genuss hoch zwei

Zigarre rauchen, Champagner in der Badewanne schlürfen ? George und Barbara sind für jeden Gag zu haben

?Ich hatte noch nie so viel Spaß im Leben?, sagt sie

Ein Fotoshooting mit Hollywood-Star George Hamilton, 70, ist Comedy pur. ?Blenden euch meine strahlend weißen Zähne??, fragt er den Fotografen. ?Sonst kann ich sie auch rausnehmen.? Kurz darauf kommentiert er die Bilder mit: ?Ich hätte nicht so lang auf der Sonnenbank liegen sollen. Ich schau ja aus wie Eddie Murphy!?

George Hamilton wurde nicht nur durch seine Filme wie ?Der Pate III? oder die Dracula-Persiflage ?Liebe auf den ersten Biss? weltberühmt, sondern vor allem durch sein schillerndes Leben in der amerikanischen High Society. Kleiner Auszug aus seiner Ex-Freundinnenliste: Filmdiva Elizabeth Taylor, Bestsellerautorin Danielle Steel, Autoerbin Charlotte Ford, Präsidententochter Lynda Bird Johnson. Dazu sagt er nur: ?Früher war ich ein Weiberheld, heute liege ich nur noch einer zu Füßen.? Die eine ist die deutsche Ärztin Dr. Barbara Sturm. ?Die Liebe meines Lebens.? Seit knapp vier Jahren ist er mit ihr zusammen. In Düsseldorf hat die 38-Jährige eine Praxis. Sie gilt als Expertin für Anti-Aging, sanfte Faltenbehandlung und Arthrose. Aus aller Welt fliegen die Stars ein, um sich behandeln zu lassen.

Wie haben Sie Barbara erobert?

Hamilton: Ich hatte schlimme Schmerzen in der Schulter, man empfahl mir Barbara. Als ich sie zum ersten Mal in ihrer Praxis traf, dachte ich: Diese Frau ist viel zu schön, um Ärztin zu sein. Diese Behandlung wirst du nicht überleben. Ich wollte gerade flüchten, als sie mir schon eine Spritze in die Schulter rammte. Unglaublich! Doch meine Schulter fühlte sich danach an wie neu. Da war mir klar: George, du musst es schaffen, diese sensationelle Ärztin irgendwie unauffällig mitgehen zu lassen.

Sie scheinen es geschafft zu haben?

Sturm: Obwohl seine ersten Flirtversuche ziemlich holprig waren: Er bat, mich umarmen zu dürfen. Angeblich als Test, ob seine Schulter wieder funktioniert.

Hamilton: Das war wirklich eine rein medizinische Umarmung. Eigentlich hast doch du mich aufgerissen.

Sturm: Ich ließ mich zu ein paar Abendessen überreden und nach extrem lustigen Gesprächen erwischte ich mich bei dem Gedanken: Wie der wohl küsst?

Hamilton: Und ? wie war ich?

Sturm: Sensationell. Und nicht nur beim Küssen bist du ein Volltreffer.

Hamilton: Danke, Liebling. Hast du einen Wunsch? Ein Collier? Brillantohrringe?

George, Sie scheinen ein Frauenversteher zu sein.

Ich bin lediglich ein guter Zuhörer. So erfahre ich die geheimsten Wünsche einer Frau. Und die versuche ich zu erfüllen. Und wenn eine Frau zu mir sagt ?Schau, wie glücklich du mich soeben gemacht hast?, mach ich?s gleich noch einmal.

Kann man das lernen, so ein Frauenversteher zu werden?

Mein Großvater war Landarzt, er lehrte mich: Eine glückliche Frau sichert dir ein langes gesundes Leben.

Wie machen Sie Barbara glücklich?

Als Barbara mich in Los Angeles besuchte, habe ich sie zu einem Medizinerkongress nach Las Vegas gekarrt. Heute weiß ich: Ein Besuch in einem Louboutin-Schuhshop hätte es auch getan.

Sturm: George ist der erste Mann, der versteht, wie gut Louboutins Frauen tun!

Versteht Barbara denn auch was von Männerwünschen?

Hamilton: Ich muss unglaublich aufpassen, welchen Wunsch ich äußere, sonst erfüllt sie mir den sofort. Ein Beispiel: In einem Restaurant erwähnte ich beiläufig, dass mir der Gürtel des Kellners gefällt. Da winkt Barbara ihn herbei, sagt was auf Deutsch ? und plötzlich zieht der arme Kerl den Gürtel aus der Hose, legt ihn mir auf den Tisch. Mann, war mir das peinlich.

Sturm: Stimmt gar nicht. Du hast gesagt: Die Hose würde dir auch noch gut gefallen ?

Die beiden kichern wie zwei Teenies. Barbara Sturm wischt sich eine Lachträne aus dem Augenwinkel: ?Das ist es, warum ich George so hoffnungslos verfallen bin. Noch nie hatte ich so viel Spaß in meinem Leben.? Soeben schipperten beide auf der Yacht eines Freundes die Côte d?Azur entlang. Bei den Oscars sind sie Ehrengäste auf allen Partys.

Nicht schlecht, so ein Leben an der Seite eines Hollywood-Stars.

Sturm: Hollywood ist für mich voller Fettnäpfchen ? weil ich die ganzen wichtigen Menschen dort nicht kannte.

Hamilton: Ich bringe Barbara immer alte Filme auf DVD mit, damit sie weiß, wer ihr Sitznachbar ist.

Sturm: Brad Pitt oder George Clooney würde ich erkennen.

Hamilton: Liebling, diese beiden Namen darfst du nicht in den Mund nehmen. Das habe ich vertraglich festgehalten.

Sie sind doch nicht etwa eifersüchtig?

Und wie! Schauen Sie sich diese tolle Frau an. Die will ich doch nicht an sexy Brad verlieren!

Was finden Sie an George so sexy?

Sturm: Seine tolle Haut.

Hamilton: Sie spielt auf ihre gute Creme an.

Sturm: George behandelt mich wie eine Prinzessin, weiß, wie er mit mir umzugehen hat. An einem Schlechte-Laune-Tag entschärft er die Bombe in mir sekundenschnell.

Hamilton: Oft reicht da nur ein Glas Wasser, eine liebevolle Berührung.

Sturm: George hat stets ein Auge darauf, was mir guttut.

Streiten Sie oft?

Sturm: Müssen wir nicht, weil George alles macht, was ich will.

Hamilton: Das hört sich an wie Marlene Dietrich in  einem 30er-Jahre-Film.

Bringt er Sie nie in Rage?

Es ist ganz schön anstrengend, wenn George mal wieder meinen Terminkalender durcheinanderbringt, sagt: Komm, wir fliegen übers Wochenende nach Mexiko.

Hamilton: Barbara und ihr Terminkalender. Sie plant, hakt ab, notiert neu. Ich lebe im Moment. Ich weiß ja nicht mal, ob ich in fünf Minuten noch am Leben bin.

Macht Ihnen Georges Alter Angst?

Sturm: Ich hätte ihn kein Jahr früher haben wollen. George ist klug und gelassen. Er hat alles gehabt, alles ausprobiert. Wenn er jetzt zu mir sagt, bei mir sei er endlich am Ziel, bekomme ich Gänsehaut vor Freude.

Haben Sie selbst denn Probleme mit dem Alter, George?

Überhaupt nicht. Denn: Wenn du endlich weißt, wo dir dein Kopf steht, hängt halt dein Hinterteil durch.

Sturm: Du hast einen sehr knackigen Körper.

Hamilton: Weil du mich jeden Tag ein paar Jahre jünger spritzt.

Wo sehen Sie beide sich in zehn Jahren?

Sturm: Wir leben in einem wunderschönen Chalet in der Schweiz, neben einer Dependence meiner Praxis.

Hamilton: Vergiss es! In der Schweiz leben viel zu viele gut aussehende Skilehrer. Ich will nicht, dass du ständig mit denen wedeln gehst. Ich liebe die Sonne, das Wasser. Ich bin für St-Barth.

Eine schöne Insel zum Heiraten?

Hamilton: Hören Sie mir damit auf! Die Ehe ist ein Vertrag, der aus Liebe ein Geschäft macht. Vor der Ehe gibst du dir jeden Tag aufs Neue Mühe. Du zeigst dich von deiner besten Seite. Du buhlst um die Liebe deiner Angebeteten. In der Ehe wird nur noch aufgerechnet.

Sehen Sie das auch so, Frau Sturm?

Ich finde, heute muss man nicht mehr heiraten, um eine Liebe zu bezeugen. Wir machen nicht die Dinge, die man erwartet. Wir leben ein unkonventionelles Leben ? und das steckt immer voller Überraschungen.

Interview: Julitta Ammerschläger

©2009-2011, Dr. med. Barbara Sturm
|
Sitemap
|
Kontakt
|
Impressum
|
Internetagentur: NEXUS Netsoft GmbH